Einführung zur tiefen Venenthrombose

Dieser Abschnitt enthält eine Einführung zum Thema TVT, ihrem klinischen Bild, den Scores zur Risikobeurteilung und zu Diagnosekonzepten.

In diesem Abschnitt:

Treatment deep vein thrombosis with NOACs

DVT is serious condition and may lead to life-threatening complications such as PE. Recent guideline updates have recommended the use of NOACs for the treatment of DVT
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Einführung

Unter TVT versteht man die Bildung eines Thrombus in den tiefen Venen.

  • Am häufigsten im Bein oberhalb (proximal) oder unterhalb (distal) des Knies, oder seltener in den oberen Extremitäten.
  • Kann spontan ohne bekannte zugrunde liegende Ursache auftreten (nicht provoziert/idiopathisch) oder provoziert nach bestimmten Ereignissen, z. B. einer traumatisch bedingten Verletzung, einer Operation oder einer akuten Erkrankung (provoziert).
  • Kurzfristig kann sie zu einer lebensbedrohlichen LE führen.
  • Mögliche Langzeitkomplikationen sind chronische Zustände wie z. B. ein postthrombotisches Syndrom (PTS).
Große Venen des Beins. Die häufigste Form der VTE ist die TVT, die am häufigsten in den tiefen Venen der Bein- und Beckenmuskulatur auftritt.
Große Venen des Beins. Die häufigste Form der VTE ist die TVT, die am häufigsten in den tiefen Venen der Bein- und Beckenmuskulatur auftritt.

Diagnose

Anzeichen und Symptome
Häufige Symptome einer TVT:

  • Schmerzen und Druckschmerz im Bein
  • Rötung
  • Ödem (Schwellung)

Einstufung der klinischen Wahrscheinlichkeit
Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit einer TVT auf der Grundlage der Anamnese eines Patienten und der körperlichen Untersuchung wird häufig der Wells-Score herangezogen. Die klinische Einschätzung spielt eine wichtige Rolle, da bestimmte Risikofaktoren und Marker einer TVT bereits frühzeitig im diagnostischen Prozess evident sind.

Wells-Score zur Vorhersage einer TVT.3,4 Ein Score von ≥ 2 bedeutet, dass eine TVT wahrscheinlich ist und bei dem Patienten ein diagnostischer Scan durchgeführt werden sollte.
Parameter Score
Aktiver Krebs (laufende Therapie oder in den vorhergehenden 6 Monaten oder palliativ) 1
Paralyse, Parese oder kürzliche Immobilisierung unterer Extremitäten durch einen Gips 1
Kürzliche Bettlägerigkeit für mehr als 3 Tage oder größerer chirurgischer Eingriff innerhalb von 4 Wochen 1
Lokalisierter Druckschmerz entlang des tiefen Venensystems 1
Schwellung im gesamten Bein 1
Umfangsdifferenz des Unterschenkels > 3 cm im Seitenvergleich 1
Eindrückbares Ödem 1
Erweiterte oberflächliche Kollateralvenen 1
Andere Diagnose genauso wahrscheinlich oder wahrscheinlicher als TVT –2

Ein hoher Wells-Score weist zwar auf die klinische Wahrscheinlichkeit einer TVT hin, zur Bestätigung bzw. zum Ausschluss einer TVT muss aber dennoch ein objektives Bildgebungsverfahren, z. B. eine Kompressionssonographie, eine CT-Angiographie oder ein MRT, durchgeführt werden. Zum Ausschluss einer TVT kann eine Bestimmung des D-Dimers erfolgen.

In den nachstehenden Ablaufdiagrammen ist die Vorgehensweise zur Absicherung bzw. zum Ausschluss einer TVT-Diagnose nach Bestimmung des Wells-Score dargelegt, nach den Empfehlungen des American College of Chest Physicians
(ACCP), bzw. des National Institute of Health and Care Excellence (NICE) im Vereinigten Königreich.

Ablaufdiagramme mit Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der Diagnose von TVT nach Bestimmung des Wells-Score
Ablaufdiagramme mit Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der Diagnose von TVT nach Bestimmung des Wells-Score

Diagnostische Bildgebung
Kompressionssonographie (wird auch als Venen-Ultrasonographie oder -Ultraschall bezeichnet) ist die gängigste Methode zur Abklärung einer vermuteten TVT, weil sie ungefährlich und nicht invasiv ist.

  • Beinhaltet die Kompression und Bildgebung der Oberschenkelvenen bis hinunter zu den am weitesten proximal liegenden Unterschenkelvenen.
  • Ist mit gewissen Einschränkungen verbunden, gilt aber als geeignet für die Bestätigung einer vermuteten TVT bei einem Wells-Score ≥ 2 (wahrscheinliche TVT).

Querschnittansicht der V. poplitea in der Kompressionssonographie mit partieller Obstruktion des Gefäßlumens Bei diesem bildgebenden Verfahren erscheint der Thrombus (kein Blutfluss) schwarz, die durc
Querschnittansicht der V. poplitea in der Kompressionssonographie mit partieller Obstruktion des Gefäßlumens Bei diesem bildgebenden Verfahren erscheint der Thrombus (kein Blutfluss) schwarz, die durchbluteten Stellen dagegen farbig.

Alternative Methoden sind das CT-Angiogramm oder ein MRT:

  • Ein CT-Angiogramm kann sowohl eine distale als auch eine proximale TVT darstellen, ist aber invasiv, schmerzhaft und kostenintensiv. Diese Methode wird daher in der Regel nur dann eingesetzt, wenn die Sonographie den klinischen Verdacht auf TVT nicht erhärtet, andere Befunde aber auf eine TVT hinweisen.
  • Bei der MRT wird mithilfe eines starken Magnetfelds eine hoch auflösende Darstellung anatomischer Strukturen erzeugt. Auch diese Methode ist nicht invasiv, aber ihre Anwendung kann aufgrund der langen Dauer der Untersuchung und mangelndem Zugang zu einem MRT-Gerät eingeschränkt sein.

D-Dimer-Messungen
Das D-Dimer ist ein Proteinfragment, das beim Abbau eines Thrombus entsteht, wenn Plasmin das Fibrinnetz des Thrombus auflöst.Ein hoch empfindlicher D-Dimer-Test hat einen hohen negativen prädiktiven Wert, d. h. er kann verwendet werden, um bei Patienten mit negativem Sonographiebefund eine TVT effektiv auszuschließen.

Nächster Abschnitt: Einführung in Lungenembolie

Freigabe-Nr.: G.MKT.GM.XA.08.2016.1052

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