Behandlung

Dieser Abschnitt befasst sich mit der Behandlung eines ACS und beleuchtet das Rezidivrisiko und dessen Beurteilung.

In diesem Abschnitt:

Akutbehandlung

Die Erstbehandlung bzw. Akutbehandlung eines ACS besteht aus einer Kombination von anti-ischämischen und antithrombotischen Arzneimitteln, wobei mithilfe von Fibrinolyse und/oder Revaskularisation (PCI oder CABG) versucht wird, die koronare Reperfusion (Durchblutung der Herzkranzgefäße) zu erreichen.

Bei einem ACS kommt es zur Aktivierung von Thrombozyten und zur Bildung von Thrombin, was zu einem potenziell lebensbedrohlichen Koronararterienverschluss führt., In der Akutphase der ACS-Behandlung werden daher in der Regel Plättchenhemmer und Antikoagulanzien eingesetzt, z. B.:

  • Plättchenhemmer – ASS, P2Y1212 -Hemmer (z. B. Clopidogrel, Ticagrelor, Prasugrel)
  • Antikoagulanzien – UFH, NMH, Bivalirudin, Fondaparinux

Das Risiko von Rezidivereignissen nach einem ersten ACS

Vor der Einführung einer Standardtherapie mit Plättchenhemmern waren die Rezidiv- und Sterberaten bei Patienten mit ACS hoch. Ein verbessertes Patientenmanagement (beispielsweise mit früherer Einleitung der Therapie und häufigerer Durchführung einer PCI) und die Routineanwendung von Plättchenhemmern sowie eine bessere Kenntnis der Faktoren in Zusammenhang mit der Lebensweise, die zur Pathogenese einer KHK beitragen, haben zu einer deutlichen Senkung der Rezidiv- und Sterberaten geführt. Zwischen 1961 und 2009 ging die Zahl der KHK-bedingten Todesfälle um ungefähr die Hälfte zurück. Bei älteren Patienten konnten sogar ein noch stärkerer Rückgang erzielt werden.

Wie eine Beobachtungsstudie ergab, ist das Sterberisiko bei koronarer Herzkrankheit bei Patienten mit MI in der Anamnese 2,5 Mal höher als bei solchen ohne MI. Zudem ist die Häufigkeit von plötzlichem Herztod bei Patienten mit MI in der Anamnese 4 bis 6 Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung.

Beurteilung des Rezidivrisikos

Es gibt Risikostratifizierungskonzepte, mit denen ausgehend von Patientenmerkmalen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines ACS-Rezidivs berechnet werden kann. Der GRACE-Risikoscore (Global Registry of Acute Coronary Events) gibt das mittelfristige Sterberisiko nach einem ACS-Ereignis an. Er beruht auf Daten aus dem internationalen GRACE-Register und wird verwendet, um das Sterberisiko in den 6 Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nach einem ASC-Ereignis vorherzusagen. Ein anderes auf dem GRACE-Register basierendes Tool wird verwendet, um bei Aufnahme ins Krankenhaus das stationäre Sterberisiko abzuschätzen.

In den GRACE-Score zur Vorhersage der Mortalität in den 6 Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fließen die folgenden Faktoren ein:

  • Fortgeschrittenes Alter
  • MI in der Anamnese
  • Herzversagen in der Anamnese
  • Beschleunigter Puls bei der Vorstellung
  • Erniedrigter systolischer Blutdruck bei der Vorstellung
  • Erhöhtes initiales Serumkreatinin
  • Erhöhte initiale Serumkonzentrationen kardialer Biomarker
  • ST-Senkung im EKG bei der Vorstellung
  • Keine PCI

Onlinerechner des GRACE-Scores

Nächster Abschnitt: Sekundärprävention von ACS

Freigabe-Nr.: G.MKT.GM.XA.08.2016.1047

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